Pergola oder Vordach an einer Wand befestigen: Anker, Abstandhalter und gedämmte Fassaden

How to Attach a Pergola or Canopy to a Wall: Anchors, Spacers and Insulated Façades

Eine Pergola oder ein Vordach an einem Gebäude zu befestigen bedeutet nicht einfach, einige Löcher zu bohren und lange Schrauben einzusetzen. Die Zuverlässigkeit der Verbindung hängt vom Wandbaustoff, vom Zustand des Untergrunds, von der Dicke der Fassadendämmung, von der Geometrie der Konstruktion, von der Dacheindeckung sowie von Wind-, Schnee- und Eigenlasten ab.

Die wichtigste Regel ist einfach: Putz und Wärmedämmung sind keine tragfähigen Untergründe. Die Lasten müssen in den tragenden Teil des Gebäudes eingeleitet werden.

Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Prinzipien für die Befestigung von Wandverbindern, Konsolen und tragenden Balken direkt an einer Wand oder durch ein Wärmedämmverbundsystem. Behandelt werden mechanische Anker, Verbundanker, Siebhülsen, starre Abstandhalter, thermisch getrennte Abstandsmontagesysteme und vorinstallierte Montageblöcke.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt weder eine objektspezifische statische Berechnung noch die technische Dokumentation des Ankerherstellers oder die Beurteilung der vorhandenen Wand.

1. Welche Lasten muss eine Wandverbindung aufnehmen?

Ein Vordach belastet die Wand nicht nur senkrecht nach unten. Je nach Konstruktion kann die Verbindung folgenden Einwirkungen ausgesetzt sein:

  • Eigengewicht von Holz, Stahlverbindern und Dacheindeckung;
  • Schneelast;
  • horizontaler Windlast;
  • Windsog und Auftrieb;
  • Auszugskräften an den oberen Ankern;
  • Druck, wenn der untere Teil der Konsole an der Wand anliegt;
  • Biegung durch den Abstand zwischen Wand und getragenem Balken.

Je weiter die Konstruktion vom Gebäude auskragt, desto größer kann das Biegemoment an der Wandverbindung werden. Die Anker einer Platte nehmen die Last nicht zwangsläufig gleichmäßig auf. Bei vielen Anordnungen sind die oberen Befestiger stärker auf Zug beansprucht, während der untere Bereich der Platte Druck in die Wand einleitet.

Deshalb reicht es nicht aus, einen Anker nur nach seiner Gewindegröße – M10, M12 oder M16 – auszuwählen. Untergrund, Verankerungstiefe, Randabstände, Achsabstände, Abstand zur Wand und das konkrete Ankersystem sind entscheidend. Die Bemessung von Befestigungen in Beton wird in EN 1992-4 zusammen mit der Europäischen Technischen Bewertung und den Montageanweisungen des gewählten Produkts geregelt.

2. Den tatsächlichen tragenden Wandaufbau bestimmen

Vor der Auswahl des Befestigungsverfahrens muss geklärt werden, was sich hinter der sichtbaren Oberfläche befindet. Der tragende Untergrund kann Stahlbeton, Vollziegel, Loch- oder Hohlmauerwerk, Porenbeton, eine Holzkonstruktion oder ein eigens vorgesehenes Tragbauteil sein.

Stahlbeton

Intakter Stahlbeton ist häufig ein geeigneter Untergrund für konstruktive Befestigungen, sofern er ausreichend dick ist und die Anker nicht zu nahe an einer Kante, Öffnung, Arbeitsfuge oder beschädigten Zone gesetzt werden. Je nach Planung kommen Betonschrauben, Spreizanker oder Verbundanker mit Gewindestangen infrage. Der ausgewählte Anker muss für den betreffenden Betonzustand und die vorgesehene Belastung zugelassen sein.

Vollziegelmauerwerk

Vollmauerwerk kann zugelassene mechanische oder chemische Befestigungssysteme aufnehmen. Der Zustand von Ziegeln und Mörtel muss jedoch geprüft werden. Eine Befestigung nur im Putz oder in einer schwachen Mörtelfuge ist keine tragfähige konstruktive Verbindung.

Loch- oder Hohlziegel

Hohlmauerwerk erfordert besondere Sorgfalt. Ein herkömmlicher Spreizanker kann die dünnen Stege des Steins überlasten und beschädigen. Häufig wird ein Injektionsmörtel zusammen mit einer Sieb- oder Gitterhülse und einer kompatiblen Gewindestange eingesetzt. Die Hülse hält das Harz im Verankerungsbereich und ermöglicht eine formschlüssige Verbindung in den Hohlräumen.

Porenbeton

Porenbeton besitzt eine andere Struktur und eine wesentlich geringere lokale Festigkeit als Stahlbeton. Verwenden Sie Anker oder Injektionssysteme, die ausdrücklich für Porenbeton zugelassen sind. Lastwerte für normalen Beton oder Vollmauerwerk dürfen nicht automatisch auf diesen Untergrund übertragen werden.

Altes oder unbekanntes Mauerwerk

Ältere Gebäude können Mischmauerwerk, schwachen Mörtel, Hohlräume, Naturstein, nachträglich verfüllte Öffnungen oder Wände unbekannter Dicke enthalten. Eine Auswahl „nach Erfahrung“ ist in solchen Fällen riskant. Vor-Ort-Prüfungen, Ausziehversuche oder eine Beurteilung durch einen Tragwerksplaner beziehungsweise Befestigungsspezialisten können erforderlich sein.

3. Direkte Befestigung an einer Wand ohne Außendämmung

Ist keine Außendämmung vorhanden, kann die Grundplatte des Verbinders in der Regel direkt an einer tragfähigen, ebenen Oberfläche anliegen. Ein typischer Montageablauf ist:

  1. Position des Verbinders festlegen und auf verdeckte Leitungen und Rohre prüfen.
  2. Bohrlöcher unter Einhaltung der erforderlichen Rand- und Achsabstände markieren.
  3. Mit dem für den gewählten Anker vorgeschriebenen Durchmesser und der vorgeschriebenen Tiefe bohren.
  4. Bohrloch genau nach Herstellerangabe reinigen und vorbereiten.
  5. Mechanischen Anker oder Injektionssystem montieren.
  6. Verbinder positionieren und ausrichten.
  7. Befestiger mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen, nachdem ein Injektionsharz vollständig ausgehärtet ist.

Eine unebene Wand darf nicht dadurch ausgeglichen werden, dass eine Stahlplatte mit übermäßigem Anzug flach gezogen wird. Die Auflagefläche muss fachgerecht vorbereitet oder durch eine geplante Ausgleichslösung ergänzt werden.

4. Mechanische Anker oder Verbundanker?

Keines der beiden Verfahren ist grundsätzlich besser.

Mechanische Anker ermöglichen oft eine schnelle Montage, doch Spreizsysteme erzeugen lokale Spannungen im Untergrund. Sie dürfen nur in Baustoffen und Geometrien verwendet werden, die von ihrer technischen Dokumentation abgedeckt sind.

Verbundanker können für Beton und verschiedene Mauerwerksarten geeignet sein, ihre Leistung hängt jedoch stark von der korrekten Montage ab. Wichtige Faktoren sind Bohrlochdurchmesser und -tiefe, Bohrverfahren, Reinigungsablauf, Harz- und Untergrundtemperatur, Haltbarkeit, Mischung, Aushärtezeit und die passende Siebhülse in Hohlmauerwerk.

Ein chemischer Anker ist ein vollständig geprüftes System und nicht einfach „Klebstoff im Loch“. Komponenten unterschiedlicher Systeme dürfen nicht kombiniert werden, sofern der Hersteller dies nicht ausdrücklich erlaubt.

5. Was ändert sich bei einer gedämmten Fassade?

Bei einer gedämmten Fassade können sich zwischen Verbinder und tragender Wand mehrere nichttragende Schichten befinden:

  • Oberputz und armierter Unterputz;
  • EPS, Graphit-EPS, XPS oder Mineralwolle;
  • Kleberschicht;
  • gegebenenfalls alter Putz;
  • die tragende Wand.

Ein häufiger Fehler besteht darin, eine lange Gewindestange durch alle Schichten zu führen und den Verbinder direkt gegen die fertige Fassade anzuziehen.

Dies ist keine fachgerechte Abstandsmontage. Wärmedämmung ist nicht dafür vorgesehen, konzentrierten Druck einer tragenden Konsole aufzunehmen. Direktes Anziehen kann zu Quetschung, Eindrückung, Putzrissen, Verlust der Vorspannung, Bewegung des Verbinders und Wassereintritt führen.

Eine längere Schraube löst das Problem nicht. Erforderlich ist ein steifer Lastpfad bis zur tragenden Wand.

6. Gewindestangen mit starren Abstandhaltern

Ein mögliches Prinzip besteht darin, Gewindestangen in der tragenden Wand zu verankern und starre Distanzhülsen durch die Dämmung zu führen. Beim Anziehen drückt der Verbinder auf den Abstandhalter, der den Druck in den tragenden Untergrund leitet, statt die Dämmung zu komprimieren.

Je nach geplantem Detail kann der Abstandhalter aus einem dickwandigen Stahlrohr, einer Edelstahlhülse, einem Tragprofil oder einem proprietären Fassadenmontageelement bestehen.

Ein geeigneter Abstandhalter muss:

  • bis zu einer tragfähigen Oberfläche reichen;
  • ausreichenden Druck- und Biegewiderstand besitzen;
  • unter Querbelastung stabil bleiben;
  • gegen Korrosion geschützt sein;
  • eine zuverlässige Abdichtung der Fassadendurchdringung ermöglichen.

Ein beliebiges Rohrstück in der Dämmung ist kein ausreichender Nachweis für eine sichere Verbindung. Durchmesser, Wandstärke, Länge, Werkstoff, Stangengröße und Verankerungstiefe müssen als Gesamtsystem ausgewählt werden.

Auch die Dämmstoffdicke ist wichtig. Mit wachsendem Abstand nimmt die Biegung in Gewindestange und Abstandhalter zu. Dieselbe Gewindestange kann sich bei 50 mm und 200 mm Dämmung völlig unterschiedlich verhalten.

7. Wärmebrücken und thermisch getrennte Anker

Eine herkömmliche Stahlgewindestange mit Stahlabstandhalter bildet eine lokale Wärmebrücke. Das macht das Detail nicht automatisch unbrauchbar, aber eine vollständig aus Stahl bestehende Lösung darf nicht als „wärmebrückenfrei“ bezeichnet werden.

Für fertiggestellte gedämmte Fassaden gibt es proprietäre Abstandsmontagesysteme mit glasfaserverstärkten oder polymeren Bauteilen. Sie reduzieren den direkten Wärmefluss und leiten gleichzeitig die Last in die tragende Wand ein.

Beispiele sind fischer TherMax 12/16 und EJOT Iso-Bar. Sie zeigen ein Befestigungsprinzip, ersetzen aber keine Bemessung. Ausführung, Injektionsmörtel, Verankerungstiefe und zulässiger Untergrund müssen anhand der Herstellerunterlagen gewählt werden.

Thermische Trennung und konstruktive Tragfähigkeit sind zwei verschiedene Anforderungen. Das System muss beide erfüllen.

8. Vorinstallierte Montageblöcke und Konsolen

Wenn das Vordach vor der Montage der Fassadendämmung geplant wird, kann ein vorinstalliertes Tragbauteil die sauberste Lösung sein.

Das Bauteil wird zuerst an der tragenden Wand befestigt; anschließend wird das Dämmsystem darum herum ausgeführt. Je nach Projekt kann es sich um einen hochdichten Tragblock, ein verstärktes Polymerelement, eine Verbundkonsole, eine thermisch getrennte Stahlkonsole oder eine eigens geplante Unterkonstruktion handeln.

Vorteile sind:

  • direkte Lasteinleitung in das Gebäude;
  • keine Kompression der Fassadendämmung;
  • eine bekannte und exakt positionierte Montagezone;
  • einfachere Abdichtung;
  • Möglichkeit zur Reduzierung der Wärmebrücke;
  • Koordination vor Fertigstellung der Fassade.

Der Nachteil besteht darin, dass das Detail früh geplant werden muss. Eine nachträgliche Montage erfordert in der Regel das Öffnen und fachgerechte Wiederherstellen von Dämmung, Armierungsschicht und Oberputz.

9. LuxShade-Wandverbinder für gedämmte Fassaden

Für Projekte, bei denen eine Pergola oder ein Vordach an einer bereits gedämmten Wand montiert werden soll, kann LuxShade einen speziellen Abstandswandverbinder passend zum Fassadenaufbau und zum Holzquerschnitt fertigen.

Sein Prinzip besteht darin, die nichttragende Fassadenschicht zu überbrücken und eine starre Verbindung bis zur tragenden Wand herzustellen, sodass die Hauptplatte die Dämmung nicht als Auflager nutzt.

Vor Auswahl oder Fertigung müssen folgende Angaben geklärt werden:

  • Art und Zustand der tragenden Wand;
  • Gesamtdicke von Dämmung, Kleber und gegebenenfalls Altputz;
  • Querschnitt des Holzbalkens;
  • Größe und Ausladung des Vordachs;
  • Dacheindeckung;
  • Anzahl und Position der Wandverbinder;
  • erforderliche Anordnung der Ankerlöcher;
  • Wind-, Schnee- und Expositionsbedingungen am Standort.

Der Stahlverbinder stellt Geometrie und starren Abstand bereit, doch die Anker müssen weiterhin speziell für die Wand gewählt werden. Beton, Vollziegel, Lochziegel und Porenbeton benötigen unterschiedliche Systeme.

Korrekte Aussagen für einen vollständig aus Stahl bestehenden Abstandverbinder sind „leitet die Last in die tragende Wand ein“, „verhindert die direkte Kompression der Dämmung“ und „stellt einen starren Abstand durch die Fassade her“. Er darf nicht als Beseitigung der Wärmebrücke beschrieben werden, sofern kein tatsächlich geprüftes thermisch trennendes Element vorhanden ist.

10. Abdichtung der Fassadendurchdringung

Die Tragfähigkeit ist nur ein Teil des Details. Jede Durchdringung einer Außenfassade kann zu einem Wasserweg werden.

Der Bereich um die Befestigung muss so ausgebildet werden, dass Wasser weder Dämmung noch Kleberschicht, Mauerwerk oder Anker erreicht. Je nach System kommen EPDM-Dichtungen, Fassadenmanschetten, vorkomprimierte Dichtbänder, kompatible elastische Dichtstoffe und geformte Blechabdeckungen infrage.

Eine beliebige Silikonraupe nur um die sichtbare Mutter ist keine dauerhaft universelle Lösung. Die Abdichtung muss mit Putz und Metall verträglich, UV- und witterungsbeständig sowie bewegungsfähig sein und darf kein Wasser einschließen.

11. Grundregeln für Verbundanker

Bei Injektionsverankerungen muss das vollständige Montageverfahren aus Zulassung und Produktanleitung eingehalten werden.

  • Vorgeschriebenes Bohrverfahren, Durchmesser und Verankerungstiefe verwenden.
  • Bohrloch in der geforderten Reihenfolge ausblasen und ausbürsten.
  • Den ersten Harzanteil verwerfen, bis beide Komponenten gleichmäßig gemischt sind.
  • Für Hohlmauerwerk die richtige Siebhülse verwenden.
  • Gewindestange mit kontrollierter Drehbewegung einsetzen.
  • Aushärtezeit bei der tatsächlichen Untergrundtemperatur einhalten.
  • Verbindung vor vollständiger Aushärtung weder anziehen noch belasten.

In Lochziegeln kann Harz ohne passende Hülse in die Hohlräume abfließen und keinen vorgesehenen Verankerungskörper bilden. Spezielle Hülsen wie die fischer FIS-H-Serie veranschaulichen dieses Prinzip.

12. Durchgehende Gewindestangen durch die gesamte Wand

In besonderen Fällen können Gewindestangen die gesamte Wanddicke durchdringen und innen gegen eine Stahlplatte oder ein anderes geplantes Lastverteilungselement gespannt werden.

Dadurch lassen sich Kräfte auf eine größere Fläche verteilen, es entstehen jedoch erhebliche Nachteile: Innenzugang ist erforderlich, Ausbau- und Dampfsperrschichten können beeinträchtigt werden, es entsteht eine direkte Wärmebrücke, das Kondensationsrisiko muss geprüft werden, und die Innenplatte kann schwaches Mauerwerk lokal quetschen.

Eine Durchsteckbefestigung ist deshalb als projektspezifisches Konstruktionsdetail und nicht als allgemeine Alternative zu behandeln.

13. Typische Befestigungsprinzipien nach Untergrund

Untergrund oder FassadeMögliches BefestigungsprinzipWichtiger Hinweis
Stahlbeton ohne DämmungBetonschraube, zugelassener mechanischer Anker oder VerbundankerBetonzustand, Verankerungstiefe und Randabstände prüfen
VollziegelZugelassene Mauerwerksbefestigung oder VerbundankerNicht nur in Putz oder schwacher Mörtelfuge befestigen
Loch- oder HohlziegelInjektionsmörtel mit kompatibler SiebhülseEin gewöhnlicher Spreizanker kann den Stein beschädigen
PorenbetonSpezialanker oder zugelassenes InjektionssystemKeine Lastwerte für Normalbeton verwenden
Fertig gedämmte FassadeBemessener starrer Abstandhalter oder proprietäres thermisch getrenntes SystemDie Dämmung darf keinen Klemmdruck aufnehmen
Neue FassadeVorinstallierter Tragblock oder KonsoleVor der Dämmmontage koordinieren
Altes oder unbekanntes MauerwerkVor-Ort-Beurteilung und gegebenenfalls AusziehprüfungTragfähigkeit nicht voraussetzen
Sehr dicke DämmungBemessene AbstandsmontageBiegung nimmt mit dem Abstand zu

Diese Tabelle bietet nur einen Überblick. Sie ersetzt weder Zulassung noch Montageanleitung oder statische Bemessung.

14. Häufige Fehler

  • Befestigung nur in der Dämmung. WDVS-Dübel für leichte Anbauteile sind keine konstruktiven Anker für ein Vordach.
  • Konsole direkt gegen EPS oder Mineralwolle anziehen. Die Fassade kann gequetscht werden und die Verbindung verliert Steifigkeit.
  • Lange Schraube ohne starren Abstandhalter. Länge allein erzeugt keine stabile Abstandsmontage.
  • Gewöhnlicher Spreizanker in Lochziegel. Er kann die dünnen Stege beschädigen.
  • Harz ohne passende Hülse in Hohlmauerwerk injizieren. Das Harz kann in die Hohlräume abfließen.
  • Bohrloch nicht reinigen. Bohrstaub kann die Leistung bestimmter Verbundankersysteme stark beeinträchtigen.
  • Harz vor der Aushärtung belasten. Die Aushärtezeit ist temperaturabhängig.
  • Zu nahe an Kante oder Öffnung befestigen. Das Risiko von Spalten oder Ausbruch steigt.
  • Wasserabdichtung ignorieren. Feuchtigkeit kann die Fassade schädigen und Korrosion beschleunigen.
  • Anker nur nach Gewindedurchmesser wählen. Ein größerer Bolzen in einem schwachen oder ungeeigneten Untergrund ist nicht automatisch sicherer.
  • Annehmen, jede sichtbare Wand sei tragend. Manche Fassaden sind Ausfachungsmauerwerk zwischen tragenden Stützen und Balken.

15. Erforderliche Angaben vor Auswahl von Verbinder und Ankern

Mindestens folgende Punkte sind zu klären:

  1. Aus welchem Material besteht die tragende Wand?
  2. Wie dick ist die Wand?
  3. Ist eine Außendämmung vorhanden und aus welchem Material?
  4. Wie dick ist der gesamte Fassadenaufbau?
  5. Gibt es einen Hohlraum hinter der Dämmung?
  6. Welche Breite, Ausladung und Höhe hat das Vordach?
  7. Welche Dacheindeckung wird verwendet?
  8. Werden die Seiten mit Screens, Verglasung oder Platten geschlossen?
  9. Wo befinden sich Stützen und Wandverbinder?
  10. Wo liegt das Objekt und wie stark ist es Wind und Schnee ausgesetzt?

Seitliche Schließungen können die Windkräfte erheblich erhöhen. Auch ein leichtes Dach kann große Auftriebskräfte erzeugen, weil der Wind auf eine große Fläche wirkt.

16. Wann ist ein Tragwerksplaner erforderlich?

Eine statische Beurteilung ist besonders wichtig, wenn das Vordach groß ist, weit auskragt, eine schwere Eindeckung besitzt, in einer schnee- oder windreichen Lage steht, seitlich geschlossen wird, an altem oder unbekanntem Mauerwerk befestigt wird, nahe an einer Wandkante liegt, sehr dicke Dämmung überbrückt oder nur wenige Befestigungspunkte besitzt.

Verbinder, Anker, Wand, Holzkonstruktion, Dacheindeckung und Fundamente müssen als gemeinsamer Lastpfad betrachtet werden. Ein starker Stahlverbinder kann ungeeignete Anker oder eine schwache Wand nicht ausgleichen.

Fazit

Eine zuverlässige wandmontierte Pergola oder ein Vordach beginnt mit der Bestimmung des tatsächlichen tragenden Untergrunds.

An einer ungedämmten Wand kann der Verbinder mit einem zugelassenen mechanischen oder chemischen System direkt an intaktem Beton oder Mauerwerk anliegen. Bei einer gedämmten Fassade muss die Last EPS, XPS oder Mineralwolle über einen starren Abstandhalter, einen speziellen Abstandverbinder, ein thermisch getrenntes System oder ein vorinstalliertes Montageelement überbrücken.

Beachten Sie:

  • Wärmedämmung ist kein tragender Untergrund;
  • eine längere Schraube ersetzt keinen starren Abstandhalter;
  • Anker müssen für den tatsächlichen Wandbaustoff ausgewählt werden;
  • Hohlziegel benötigen ein kompatibles Spezialsystem;
  • jede Fassadendurchdringung muss dauerhaft abgedichtet werden;
  • große oder stark exponierte Konstruktionen erfordern eine objektspezifische Prüfung.

Benötigen Sie Hilfe bei einer konkreten Wand?

Senden Sie LuxShade ein Foto der Fassade, Angaben zu Wandart, Dämmstoff und Dämmstärke, Abmessungen des Vordachs, Holzquerschnitten, geplanter Eindeckung und Standort. Wir können dabei helfen, das geeignete Verbinderprinzip und die zusätzlich benötigten Angaben vor Auswahl des Ankersystems zu bestimmen.

LuxShade
Metallverbinder und modulare Lösungen für Pergolen und Vordächer
luxshades.eu | +359 898 250 041

Weiterführende technische Quellen


Illustrierte Befestigungsdetails und nummerierte Legenden

Die folgenden Darstellungen erläutern ausschließlich Befestigungsprinzipien. Sie sind keine bemaßten Konstruktionszeichnungen und legen weder Anzahl, Durchmesser, Abstände noch Verankerungstiefe der Anker fest. Diese Werte müssen für den tatsächlichen Untergrund, den Fassadenaufbau und die Bemessungslasten anhand der technischen Zulassung und der Montageanleitung des gewählten Systems bestimmt werden.

Nummerierte Darstellung einer direkten Befestigung an Stahlbeton

Schema 1 — Direkte Befestigung an Stahlbeton

  1. Wandplatte aus Stahl
  2. Stahlbetonwand
  3. Holzbalken
  4. Gewindebolzen oder Gewindestift des Verbinders
  5. Betonanker oder konstruktiver Befestiger

Hinweis: Ankertyp und Verankerungstiefe sind entsprechend Betonzustand, Plattengeometrie und Bemessungslasten auszuwählen.

Nummerierte Darstellung eines Verbundankers mit Siebhülse in Lochziegel

Schema 2 — Verbundanker in Lochziegel

  1. Gewindestange
  2. Perforierte Hülse oder Siebhülse
  3. Injektionsmörtel oder Harz
  4. Loch- oder Hohlmauerstein

Hinweis: Harz, Hülse und Gewindestange müssen als kompatibles, zugelassenes Prüfsystem verwendet werden. Die Hülse verhindert ein unkontrolliertes Abfließen des Harzes in die Hohlräume.

Nummerierte Darstellung einer falschen Befestigung mit zusammengedrückter Fassadendämmung

Schema 3 — Falsche Montage: Konsole direkt gegen die Dämmung angezogen

  1. Tragende Wand
  2. Befestiger ohne starren Abstandhalter angezogen
  3. Montageplatte aus Stahl
  4. Gerissener Außenputz
  5. Wassereintritt am Fassadenrand
  6. Feuchtigkeitsansammlung hinter der Fassade

Warnung: EPS, XPS und Mineralwolle dürfen keinen konzentrierten Klemmdruck einer tragenden Konsole aufnehmen.

Nummerierte Darstellung einer richtigen Befestigung durch Dämmung mit starrem Abstandhalter und EPDM-Dichtung

Schema 4 — Richtige Montage mit starrem Abstandhalter

  1. Außenputz oder Deckschicht
  2. Montageplatte oder Konsole aus Stahl
  3. EPDM-Dichtelement
  4. Wärmedämmung
  5. Starre Distanzhülse
  6. Gewindestange
  7. Tragende Stahlbetonwand

Prinzip: Der Anpressdruck wird über den starren Abstandhalter in die tragende Wand und nicht durch die Dämmung geleitet. Auch die Fassadendurchdringung muss gegen Wasser abgedichtet werden.

Nummerierte Darstellung einer thermisch getrennten Abstandsbefestigung durch Fassadendämmung

Schema 5 — Thermisch getrennte Abstandsbefestigung: Beispielprinzip

  1. Injektionsmörtel oder Harz im Mauerwerk
  2. Gewindestange
  3. Fassadendämmung und Oberflächenschicht
  4. Thermisches Trennelement
  5. Stahlplatte der Konsole
  6. Verbindung aus Scheibe und Mutter

Hinweis: Dies ist ein allgemeines Prinzip und keine Zeichnung eines Universalprodukts. Das zugelassene System, der Untergrund, das Harz und die Verankerungstiefe sind nach den Herstellerunterlagen auszuwählen.

Nummerierte Darstellung einer Verbundbefestigung durch WDVS und Hohlmauerwerk in einen tragenden Untergrund

Schema 6 — Verbundbefestigung durch WDVS: Beispielprinzip

  1. Schutzkappe
  2. EPDM-Dichtmanschette
  3. Wärmedämmung
  4. Loch- oder Hohlmauerwerk
  5. Perforierte Hülse oder Siebhülse
  6. Unterer Ankeranschluss oder Verankerungsbereich
  7. Tragender Betonuntergrund

Hinweis: Die dargestellten Schichten und Verankerungsbereiche sind schematisch. Ein reales System muss für den tatsächlichen Wandaufbau zugelassen und für die am Vordach wirkenden Lasten nachgewiesen sein.

Nummerierte technische Darstellung eines LuxShade-Abstandswandverbinders durch Fassadendämmung in Beton

Schema 7 — LuxShade-Abstandswandverbinder: Beispielprinzip

  1. Tragende Betonwand
  2. Wärmedämmschicht der Fassade
  3. Schwarzer LuxShade-Wandverbinder aus Stahl
  4. Holzbalken
  5. Schematisch dargestellte Gewindeankerstange
  6. Injektionsmörtel oder Verbundankerharz
  7. Schraube, Scheibe und Mutter zur Befestigung des Holzbalkens am Verbinder
  8. Öffnung zum Einbringen von Schaum oder Dämmfüllstoff in den Hohlraum des Verbinders
  9. Hohler Abstandsausleger des Stahlverbinders
  10. Richtung der vertikalen Lasteinleitung durch den Verbinder
  11. Nichttragende Fassadenzone, die vom Verbinder überbrückt wird, schematisch dargestellt

Prinzip: Der Verbinder überbrückt die nichttragenden Fassadenschichten und leitet die Last in die im tragenden Beton verankerten Befestiger ein. Die Wärmedämmung darf keinen konstruktiven Klemmdruck aufnehmen.

Technischer Hinweis: Schaum oder Dämmfüllstoff im Hohlraum des Verbinders kann Luftbewegung und lokalen Wärmetransport reduzieren; ein vollständig aus Stahl bestehender Verbinder darf jedoch nicht als wärmebrückenfrei bezeichnet werden. Art, Durchmesser, Verankerungstiefe und Anzahl der Anker sind für die tatsächliche Wand und die Bemessungslasten zu bestimmen.

Für jedes Schema müssen Typ, Anzahl und Abmessungen von Ankern und Abstandhaltern objektspezifisch bestätigt werden. Ein starker Verbinder gleicht eine ungeeignete Wand oder ein ungeeignetes Ankersystem nicht aus.